Der Schweizer
Philosoph und Schriftsteller Peter
Bieri zum Thema Bildung und
Ausbildung:
"Bildung ist etwas,
das Menschen mit sich und für sich machen: Man bildet sich.
Ausbilden können uns andere, bilden kann sich jeder nur
selbst. Eine Ausbildung durchlaufen wir mit dem Ziel, etwas zu
können. Wenn wir uns dagegen bilden, arbeiten wir daran, etwas
zu werden – wir streben danach, auf eine bestimmte Art
und Weise in der Welt zu sein..."
Nun erreichen viele
NLP-Ausbildungen nicht einmal das Niveau und die Qualität
herkömmlicher Ausbildungen. Dies liegt u.a. an dem Einsatz
spezifischer
Instrumente der Manipulation von Bewusstsein und
Kommunikationim NLP
Ausbildungs-Prozess selbst. Die "indirekte" Didaktik des
NLP-Lernens und Lehrens ist keine "normale" Didaktik - was immer
unter "normal" zu verstehen und an anderer Stelle zu klären
ist. Wobei fraglich ist, ob überhaupt der Begriff "Didaktik"
auf viele NLP Ausbildungen zutrifft. Hinzu kommt: NLP-Trainer
verfügen sehr oft über keine pädagogisch-
didaktische Qualifikation. Ein bekanntes Sprichtwort sagt: Wenn man
nur über einen Hammer verfügt, wird jedes Problem zum
Nagel...
Zur Paradoxie des
Systems NLP und der NLP "In-Formation" gehört es, dass die
manipulativen Mittel des NLP innerhalb und ausserhalb von
Ausbildungen selbst ausgezeichnete Mittel des Lernens und der
Verhaltensänderung bieten. Damit stellt sich das vom NLP
Begründer Grinder formulierte Problem des
NLP
Stümpertums in
allen Feldern seiner direkten Anwendung: folglich auch in NLP
Ausbildungen.
Bieri weiter:
"Gebildet zu sein, heißt auch, sich bei der Frage auszukennen,
worin Wissen und Verstehen bestehen und wie weit sie reichen: Was
für Belege habe ich für meine Überzeugungen? Wie
verlässlich sind die Prinzipien, mit denen man von den Belegen
zu den Behauptungen kommt, die über sie hinausgehen? Was sind
gute Argumente, was ist trügerische Sophisterei? Welche Formen
des Verstehens gibt es, und was sind ihre typischen Hindernisse? Es
geht darum, zwischen bloß rhetorischen Fassaden und echten
Gedanken zu unterscheiden. Zwei Fragen sind leitend: „Was
genau heißt das?“, und: „Woher wissen wir, dass es
so ist?“ Was uns diese Fragen geben, ist gedankliche
Selbständigkeit. Sie definiert Bildung im Sinne von
Aufklärung..."
Bieris Argumentation
aufgreifend: Was für Belege habe ich für meine NLP
Beliefs und Überzeugungen? Wie verlässlich sind die
Prinzipien, mit denen man von den Belegen zu den Behauptungen
über NLP kommt, die über die Belege hinausgehen? Was sind
plausible Argumente für das NLP im Sinne der Beantwortung
folgender Fragen: Was ist NLP, Warum wirkt NLP, Wohin führt
NLP, Wozu NLP? Was sind gute Argumente für das NLP, was ist
nur NLP Sophisterei? Welche Formen des Verstehens gibt es in NLP
Ausbildungen? Welche Hindernisse in vielen NLP Ausbildungen tauchen
auf, das NLP mit Mitteln der Vernunft und des Verstands (Verstand
allein reicht nicht!) zu überprüfen? Was sind echte
Gedanken im NLP, was sind im NLP rhetorische Fassaden? Ist der
Begriff Neuro-Linguistisches Programmieren selbst eine solche
rhetorische Fassade?
Die folgenden
Initiativen, die der Verfasser direkt und indirekt (über das
ehemalige Vorstandsmitglied
Karin Streuli) in den
letzten 2 Jahren gegenüber Mitgliedern des CHNLP / Swiss NLP
Vorstands einbrachte, dienten genau der Klärung solcher Fragen
und dem Ziel
-
die
Qualität der
NLP-Ausbildungsstandards in Deutschland und der Schweiz
anzuheben
-
die Auseinandersetzung mit dem NLP nach
wissenschaftlichen Kriterien voranzubringen ("nlp-
akademie.eu")
-
ein Netzwerk NLP aufzubauen, das die
kreativen Ressourcen des NLP würdigt und zu kompetentem,
kritischem und konstruktivem Umgang mit dem System NLP ermuntert
(NLP Aufklärung).
The proof of the pudding is (in) the eating!"
Die Vorschläge, die vom Verfasser an die Repräsentanten
des CHNLP / Swiss NLP herangetragen wurden, basieren auf
mehrjährigen Erfahrungen mit dem CORE NLP Trialogkonzept.
Das
CORE NLP Trialogkonzept thematisiert bereits in der Grundausbildung
die Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken (NLP SWOT)
traditioneller NLP Ausbildungen.
Bis heute ist es
nicht gelungen, innerhalb des Verbandes und seiner Gremien eine
inhaltlich qualifizierte Diskussion und Auseinandersetzung
über diese Themen zu führen. Folglich geschieht dies nun
in Form einer erweiterten Öffentlichkeit. Die Verantwortung
für das
CORE NLP Trialogkonzeptträgt die Leiterin der Einrichtung, Karin
Streuli, Gründungsmitglied CHNLP / Swiss NLP, von 2005 bis
Mitte 2007 aktiv im Vorstand.
Für Form und
Inhalt des Pilot-Projektes nlp-netzwerk Schweiz Deutschland, seit
ca. 2 Monaten im WEB lanciert, ist allein der Verfasser
zuständig.